WS Anlagentechnik GmbH
Standard

EN 1090 Zertifizierung — CE-Kennzeichnung für Stahltragwerke und Aluminiumtragwerke

EN 1090 Beratung: CE-Kennzeichnung, WPK, Leistungserklärung, Ausführungsklassen EXC1-4. NovoCert — 559 Kunden, 97.9% Compliance.

Seit dem 1. Juli 2014 ist die CE-Kennzeichnung für tragende Stahl- und Aluminiumbauteile nach EN 1090-1 in der EU verpflichtend. Ohne CE-Kennzeichnung dürfen tragende Stahlbauteile nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Die Umsetzung dieser Anforderung betrifft tausende Stahlbauunternehmen, Schlossereibetriebe und Metallverarbeiter — vom Einmannbetrieb bis zum internationalen Stahlbaukonzern.

Bei NovoCert by WS Anlagentechnik GmbH kennen wir die Herausforderungen der EN 1090 aus der täglichen Beratungspraxis. Unser Geschäftsführer Harry Molitor, IWE (International Welding Engineer), verbindet schweißtechnische Expertise mit normativem Know-how. An unserem Standort bei der SIEGEL Akademie in Ludwigshafen bieten wir zudem TÜV-zertifizierte Flanschmonteur-Schulungen nach DIN EN 1591-4 an — eine ideale Ergänzung zur EN 1090-Qualifikation.


Was regelt EN 1090?

Normstruktur und Anwendungsbereich

Die EN 1090 besteht aus mehreren Teilen:

Warum ist die CE-Kennzeichnung Pflicht?

Die Bauproduktenverordnung (BauPVO) verlangt, dass Bauprodukte, für die eine harmonisierte europäische Norm existiert, mit einer CE-Kennzeichnung versehen werden müssen, bevor sie auf dem europäischen Markt in Verkehr gebracht werden. Tragende Stahlbauteile fallen unter EN 1090-1 — also müssen sie CE-gekennzeichnet werden.

Die CE-Kennzeichnung ist kein Qualitätssiegel im engeren Sinne, sondern eine Konformitätserklärung des Herstellers: Er bestätigt, dass das Produkt die in der Leistungserklärung angegebenen wesentlichen Merkmale erfüllt und dass die werkseigene Produktionskontrolle ordnungsgemäß durchgeführt wird.

Die vier Ausführungsklassen (EXC)

EN 1090-2 definiert vier Ausführungsklassen, die das Anforderungsniveau an Fertigung und Qualitätssicherung abstaffeln:

EXC1 — Niedrige Beanspruchung - Einfache Tragwerke mit vorwiegend ruhender Belastung - Keine ermüdungsrelevanten Beanspruchungen - Beispiele: Untergeordnete Tragstrukturen, einfache Treppengeländer - Schweißqualität: ISO 3834-4 (elementar)

EXC2 — Mittlere Beanspruchung (Standard) - Die häufigste Ausführungsklasse im allgemeinen Stahlbau - Mäßige Ermüdungsbeanspruchung möglich - Beispiele: Hallentragwerke, Treppen, Balkone, Fassadenunterkonstruktionen - Schweißqualität: mindestens ISO 3834-3 (Standard)

EXC3 — Hohe Beanspruchung - Tragwerke mit hoher Beanspruchung oder Ermüdungsrelevanz - Beispiele: Brücken (bestimmte Kategorien), Kranbahnträger, hohe Masten - Schweißqualität: ISO 3834-2 (umfassend)

EXC4 — Sehr hohe Beanspruchung - Tragwerke mit extremer Beanspruchung oder Versagenskonsequenz - Beispiele: Brücken mit hohem Verkehrsaufkommen, kerntechnische Anlagen, besonders gefährdete Tragwerke - Schweißqualität: ISO 3834-2 (umfassend) mit zusätzlichen Anforderungen

Die Zuordnung der Ausführungsklasse erfolgt nach EN 1993-1-1 (Eurocode 3) auf Basis der Schadensfolge (CC), der Gefährdungskategorie (SC) und der Fertigungskategorie (PC).

Werkseigene Produktionskontrolle (WPK)

Das Herzstück der EN 1090-1 ist die werkseigene Produktionskontrolle (WPK) — ein internes Qualitätssicherungssystem, das folgende Bereiche abdeckt:

Leistungserklärung und CE-Kennzeichnung

Für jedes in Verkehr gebrachte tragende Bauteil muss der Hersteller eine Leistungserklärung (Declaration of Performance, DoP) erstellen. Diese enthält:

Die CE-Kennzeichnung wird am Bauteil oder auf dem Begleitdokument angebracht und verweist auf die Leistungserklärung.


Anforderungen im Überblick

Nach Ausführungsklasse gestaffelt

Anforderung EXC1 EXC2 EXC3 EXC4
ISO 3834-Stufe -4 -3 -2 -2
Schweißaufsicht Empfohlen IWS/IWT IWT/IWE IWE
Schweißer ISO 9606 Pflicht Pflicht Pflicht Pflicht
WPS nach ISO 15614 Vereinfacht Standard Umfassend Umfassend
ZfP-Umfang Minimal 10-20 % 20-50 % 50-100 %
Werkstoffzeugnisse 2.2 3.1 3.1 3.1 + 3.2
Rückverfolgbarkeit Grundlegend Teilweise Vollständig Vollständig
Notifizierte Stelle System 2+ System 2+ System 2+ System 2+

Schlüsseldokumente für die WPK


Was wir für Sie tun

Phase 1: Einstufung und Gap-Analyse

Wir klären zunächst die grundlegenden Fragen:

Das Ergebnis ist ein detaillierter Maßnahmenplan mit Prioritäten und realistischem Zeitplan.

Phase 2: Aufbau der WPK

Gemeinsam mit Ihrem Team bauen wir die werkseigene Produktionskontrolle auf:

Phase 3: Erstprüfung und Zertifizierung

Wir begleiten Sie durch den gesamten Zertifizierungsprozess:

Phase 4: Laufende Überwachung

Die notifizierte Stelle führt jährlich Überwachungsinspektionen durch. Wir unterstützen Sie bei:


Integration mit anderen Standards

EN 1090 steht im Zentrum eines Netzwerks verknüpfter Normen:


Häufige Fragen zu EN 1090

Braucht jeder Schlosserbetrieb eine EN 1090 Zertifizierung?

Nur wenn der Betrieb tragende Stahlbauteile herstellt und in Verkehr bringt. Nicht tragende Bauteile (z. B. reine Zierelemente, Geländer ohne tragende Funktion, Möbel) fallen nicht unter EN 1090-1. Auch reine Montagebetriebe, die keine Bauteile herstellen, sondern nur am Bau montieren, benötigen keine eigene CE-Kennzeichnung — wohl aber der Hersteller der Bauteile.

Was passiert, wenn wir ohne CE-Kennzeichnung liefern?

Die Marktüberwachungsbehörden (in Deutschland die Bauaufsichtsbehörden der Länder) können Sanktionen verhängen: Untersagung des Inverkehrbringens, Rückruf bereits ausgelieferter Produkte, Bußgelder. Darüber hinaus entstehen zivilrechtliche Risiken: Bei einem Schadensfall haftet der Hersteller, und fehlende CE-Kennzeichnung kann als Produktmangel gewertet werden.

Wie lange dauert die EN 1090 Zertifizierung?

Von der Gap-Analyse bis zum Zertifikat der notifizierten Stelle vergehen typischerweise 4 bis 9 Monate. Die Dauer hängt stark davon ab, ob bereits ein QM-System und Schweißqualifikationen vorhanden sind. Betriebe mit ISO 9001 und ISO 3834 können in 3 bis 4 Monaten zertifiziert werden. Bei Neueinstieg ohne bestehende Systeme sollten 6 bis 12 Monate eingeplant werden.

Was kostet die EN 1090 Zertifizierung?

Die Gesamtkosten setzen sich zusammen aus Beratung, Personalqualifikation (Schweißerprüfungen, ggf. IWE/IWT-Ausbildung), Verfahrensprüfungen (WPQR) und Gebühren der notifizierten Stelle. Für einen typischen mittelständischen Stahlbaubetrieb liegen die Gesamtkosten zwischen 10.000 und 30.000 EUR im ersten Jahr. Die jährlichen Folgekosten (Überwachung, Verlängerungen) liegen bei 3.000 bis 8.000 EUR.

Können wir mehrere Ausführungsklassen abdecken?

Ja. Die WPK kann für mehrere Ausführungsklassen aufgebaut werden. Wer für EXC3 zertifiziert ist, darf automatisch auch in EXC1 und EXC2 fertigen. Es empfiehlt sich, die WPK von Anfang an auf die höchste benötigte Ausführungsklasse auszurichten, um spätere Erweiterungen zu vermeiden.

Wie hängen EN 1090 und Eurocode 3 zusammen?

Der Eurocode 3 (EN 1993) ist die Bemessungsnorm für Stahltragwerke — er regelt die statische Berechnung. EN 1090 ist die Ausführungsnorm — sie regelt die Herstellung und Montage. Beide Normen ergänzen sich: Der Statiker berechnet nach Eurocode 3 und legt die Ausführungsklasse fest, der Stahlbauer führt nach EN 1090 in der entsprechenden Ausführungsklasse aus.


Referenzen


Unsere Zahlen

Kennzahl Wert
Betreute Kunden 559
Erstellte Gefährdungsbeurteilungen 967
Compliance-Quote 97,9 %
Betreute Normen und Standards 17
Spezialisierte KI-Agenten im IMS 9
BowTie-Risikoanalysen 30

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Sie brauchen die EN 1090 Zertifizierung oder wollen Ihre bestehende WPK auf eine höhere Ausführungsklasse erweitern? Als IWE-geführtes Beratungsunternehmen verbinden wir Schweißtechnik-Expertise mit Normenkompetenz — vom Einzelbetrieb bis zum internationalen Stahlbauunternehmen.

Kostenlose Erstberatung vereinbaren:

NovoCert by WS Anlagentechnik GmbH Königsberger Str. 23, 53840 Troisdorf

Tel: +49 152 57877899 E-Mail: Consulting@ws-anlagentechnik.de Web: novocert.de

Standorte: Troisdorf | Wesseling | Ludwigshafen (SIEGEL Akademie) | Hagen (SE Bildung)


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